Håndboldstjerner
Dänemark gewinnt Handball-EM
Jubel bei Kreisläufer Michael Knudsen Erstmals hat der WM-Dritte Dänemark den
europäischen Handball-Thron bestiegen. Die Mannschaft von Trainer Ulrik Wilbek
besiegte im Finale der Europameisterschaft in Norwegen Olympiasieger Kroatien
24:20 (13:10) und gewann erstmals bei einem großen Turnier Gold. Zum Matchwinner
in Lillehammer avancierten neben Torhüter Kasper Hvidt der Flensburger Lars
Christiansen und der Lemgoer Lasse Boesen mit jeweils sieben Treffern. Bei den
Kroaten, die auch im achten Anlauf den EM-Titel verpassten, kam Petar Metlicic
auf fünf Tore.
Im Halbfinale hatten die Dänen Weltmeister Deutschland in einem Handball-Krimi
26:25 bezwungen, die Kroaten entthronten unterdessen Titelverteidiger Frankreich
mit 24:23.
In der Olympiastadt von 1994 erwischte der ehemalige Weltmeister Kroatien im
Endspiel vor 9052 Zuschauern den besseren Start und führte nach sieben Minuten
mit 4:0. Davon unbeeindruckt kamen die mit fünf Bundesliga-Legionären
angetretenen Dänen, die schon das Hauptrundenduell für sich entschieden hatten
(30:20), besser ins Spiel und in der 19. Minute zum Ausgleich (6:6). Für die
erste Führung sorgte der Hamburger Hans Lindberg beim 10:9 in der 25. Minute.
Auch nach dem Wechsel fanden die Kroaten kaum ein Mittel, um den dänischen
Abwehrblock mit dem starken Torhüter Hvidt, der zum besten Schlussmann des
Turniers gewählt wurde, zu knacken. Dem Team um Superstar Ivano Balic merkte man
den Kräfteverschleiß beim achten Spiel innerhalb von elf Tagen deutlich an.
Dänemark wirkte frischer und kam durch Tempogegenstöße immer wieder zu leichten
Treffern. Die Vorentscheidung fiel in der 39. Minute, als sich die Dänen
erstmals auf sechs Tore absetzten (17:11).
In der hektischen Schlussphase sah der kroatische Trainer Lino Cervar wegen
seiner ständigen Kritik an den spanischen Schiedsrichtern noch die Rote Karte.